Unser erster Urlaub im Wallis

Wir, das sind Georg (40), Anja (38), Tim (13) und Jana (5)kommen aus Rheinland-Pfalz (D). Wir sind durch Zufall auf die Moosalp-Hütte gestoßen und haben uns relativ spontan dazu entschlossen, hier Urlaub zu machen. Dass wir hier zum großen Teil auf uns selbst gestellt sind ohne Luxus, störte uns Erwachsene nicht, für die Kinder sollte es ein Erlebnis werden, das ihr Bewusstsein für all die täglichen Selbstverständlichkeiten schärfen sollte.

Die 562 km Anfahrt hatten sich durch viele Staus in die Länge gezogen. Aber nach 7,5 h Fahrt waren wir um 16:00 endlich auf der Moosalp. Die letzten 15 km Bergstraße waren bereits das erste Abenteuer. Die Straße klettert nah an die Felswand geschmiegt Höhenmeter für Höhenmeter hinauf. Die alten Stallungen und Häuser von Törbel sind alleine schon eine Reise wert und versetzen einen in der Zeit zurück.

Oben angekommen dann die Ernüchterung. Die Steigung der Piste zur Hütte ist nicht zu unterschätzen und der geplante Gepäcktransport der Packkisten via Schlitten schien zum Kraftakt zu werden. Alles in die zwei Rucksäcke umzupacken würde dagegen bedeuten, dass wir mindestens 4 Mal Laufen müssen, bis alles in der Hütte wäre. Da es auch schon relativ spät war, haben wir mit freundlicher Unterstützung des Hüttenwirtes der Moosalp spontan die Pistenraupe organisiert, die uns das Gepäck zur Hütte brachte. War nicht so geplant, aber mit Kindern im Schlepptau wohl die beste Alternative.

So war um 17:30 endlich alles in der Hütte – wir auch ;-). Reto hatte zum Glück den Ofen schon eingeheizt, sodass die Hütte schon warm war wir und nur nachlegen mussten.

Durch die gemachte Erfahrung ist die einfachste Anreise in die Hütte wohl, wenn man Skiausrüstung dabei hat und das gesamte Gepäck in Rucksäcken verstaut ist. Bis 16:00 fahren die Lifte, mit denen man mit einem Skipass bequem alles zur Hütte transportieren kann. Der Lift fährt schließlich direkt vor die Haustür. Mit zwei nicht pistenfesten Kindern fällt dieser weg flach und es geht zu Fuß über die Piste. Diese Strecke sind wir täglich gelaufen. Bergab ging es ja immerhin mit dem Schlitten bis zur Moosalp. Das fanden die Kinder super!
Auf der Hütte angekommen, waren wir positiv überrascht. Vieles ist bereits vorhanden, entweder von den vorherigen Gästen oder vom Hüttenwirt. So kann man zum Beispiel Getränke gegen einen Unkostenbeitrag konsumieren und muss nicht alles hochschleppen. Darüber haben wir uns sehr gefreut. Kerzen, Spiele, Malsachen, Tee, Gewürze – alles da!

Auf dem Tisch lag eine Tafel mit einem Willkommensgruß von Reto, den wir leider verpasst hatten. Ein Glas selbstgemachte Schoko-Sesam-Creme lag auch dabei. Da fühlt man sich gleich willkommen und heimelich!

Die alltäglichen Aufgaben hatten sich schnell eingespielt. Georg hat Holz gepalten, meist während wir anderen Morgens noch im Bett lagen. Direkt eingeheizt hat er dann auch. Da viel das Aufstehen für uns andere deutlich leichter, wobei Tim der einzige war, der im unteren Teil des Matratzenlagers schlief, da er dort eine Matratzenburg bauen konnte. Dafür war es dort deutlich kälter als oben, wo wir zum Teil erst lüften mussten um schlafen zu können. Tim hat Schnee gesammelt, den wir dann für den täglichen Wasserverbrauch geschmolzen haben. Da merkt man erst, wie viel Wasser man verbraucht. Tischdecken und Abspülen haben wir gemeinsam erledigt. Mit dem Wetter hatten wir extrem viel Glück und die meiste Zeit strahlenden Sonnenschein, weswegen wir nur selten Schnee schaufeln mussten. Georg hat mit dem Klappspaten bei der Toilette und an der Eingangstür Stufen in den Schnee geschlagen, sodass wir auch nach dem nächtlichen Festfrieren des tagsüber entstehenden Schmelzwassers gut überall hinkamen.

Für Georg gab es bei einem Abendlichen Aufstieg mit dem Board eine ungestörte Abfahrt über die frisch präparierten Pisten bis hin zur Hütte.

Durch das Licht des Vollmondes war auch der abendliche Weg zur Sauna oder der Toilette meist ohne Taschenlampe möglich und einfach ein Genuss mit Sicht auf die Silhouetten der Berge.

Dass der Skilift direkt an der Hütte vorbeiläuft hat uns nicht gestört. Denn während wir hier waren, sind die Pisten meist leer gewesen und alle Leute die vorbeikamen sehr freundlich. In den letzten Tagen gab es Neuschnee, der sich extrem gut zum Bauen eignete. An unseren Bauwerken vor der Hütte haben sich dann auch alle Liftnutzer erfreut.

So saßen wir oft hier auf der Bank vor der Hütte und genossen einfach nur die Aussicht, während die Kinder im Schnee tobten, Höhlen oder Schneemänner bauten oder einen Schneeengel machten. Meist war es so angenehm, dass wir nicht mal eine Jacke brauchten. Der Blick von hier oben ist einfach unbezahlbar und wird uns allen noch lange in Erinnerung bleiben. Das absolute Highlight war die Sauna. Durch die Panorama-Scheibe ist der Blick auf die umliegenden Gipfel einfach gigantisch! Und zum Abkühlen konnte man sich danach einfach in den Schnee fallen lassen.

Wenn es dann doch mal zu kalt und ungemütlich war, haben die Kinder drin gespielt und gemalt. Wir Erwachsenen haben diese Zeit meist genutzt, um Brot oder Brötchen zu backen. Einmal haben wir Vinschgauer gebacken. Dafür sollte der Ofen 260°C haben. Aber genau an diesem Tag hatten wir wohl das falsche Holz zum Heizen verwendet und die Wetterlage mit Schneefall war auch nicht von Vorteil. So kämpfte der Ofen mit 200°C, dafür glühte die Hütte mit knapp 30°C!! Am Ende hat es dann doch funktioniert mit verlängerter Backzeit und da Ergebnis schmeckte sehr gut!

Morgens war es dann allerdings wieder genauso frisch wie sonst auch. Aber mit dem Ofen wird es schnell wieder angenehm. Zum Frühstück haben wir Eier von unseren Enten mit Speck gebraten und die selbstgemachten Teigwaren gegessen. Über Tag gab es nur Kleinigkeiten. Abends haben wir bis auf einmal selbst gekocht – Nudelgerichte, gebackenen Fleischkäse und Käsefondue.
Zwei Tage sind wir Ski bzw. Snowboard gefahren. Das ist ohne eigene Ausrüstung für alle etwas umständlich, da man erst über Visp nach Bürchen fahren muss. Aber das war es wert. Jana hat das erste Mal auf Skiern gestanden und wollte gar nicht mehr aufhören. Mir haben allerdings nach gefühlten hunderten Malen Kinderlift mit Kind zwischen den Beinen fahren die Beine geschmerzt.

An der Moosalp haben die Kinder gern die kostenlose Reifenpiste genutzt. Hier kann man bei schönem Wetter direkt nebenan im Moosalp-Restaurant auf der Terrasse sitzen.

An einem Tag hat es ständig geschneit. Da haben wir uns entschlossen nach einem Morgen auf der Hütte eine Schneewanderung über die Loipe bei der Moosalp zu machen. So durch en neuen Schnee zu stapfen war wirklich schön. Nur Jana mit ihren kurzen Beinen war froh, dass Papa sie zwischendurch auf die Schultern genommen hat.

Reto stattete uns eine Besuch ab und wir erhielten auf all unsere Fragen über das ProJacks Projekt Antworten während Retos Sohn und unsere Bande gemeinsam im Schnee spielen konnten.

Am letzten Tag vor der Abreise haben wir nochmal alle gemeinsam im Schnee gespielt und gebaut bevor wir alles wieder in die Kisten gepackt und mit den Schlitten zum Auto gebracht haben.

Am letzten Morgen kam Wehmut auf. Alles musste wieder aufgeräumt und alle übrigen Sachen in den Rucksäcken verstaut werden. Ein letztes Mal ging mit dem Schlitten runter zur Moosalp. Das Wetter bot noch einmal eine herrliche Sicht auf die Berge, die uns die gesamte Fahrt ins Tal erhalten blieb. In jeder Kehre konnten wir noch einmal den Berg hinauf schauen, auf dem wir die letzten, wirklich unvergesslichen Tage verbrachten. Wir hoffen sehr, dass es nicht das letzte Mal war!

Danke für dieses Erlebnis!